Sonntag, 23. Januar 2011

Blockwahlen- Streitthema in der Oberstufe

Blockwahlen warum überhaupt? Wo ist der Sinn? Sie schränken ein und geben uns keine wirkliche Möglichkeit die Lk´s nach unserem Können und unseren Neigungen zu wählen. Nicht nur für uns Schüler ist dieses System ungerecht sondern auch für die Kurslehrer hat dies Folgen.

Für die Mitschüler, die die Leistungskurswahl in unserer Oberstufe noch vor sich haben, folgende Erklärung:
An unserer Schule läuft das ganze Wahlverfahren wie folgt ab. Wir haben zwei Blöcke (nennen wir sie A und B), in denen sich jeweils 3 Fächer befinden.

Block A: Deutsch - Erdkunde- Biologie
Block B: Englisch- Geschichte- Mathematik

Die erste Einschränkung besteht darin, dass die beiden Gesellschaftswissenschaften nicht untereinander kombiniert werden dürfen. Im Klartext heißt das, dass es mir als Schüler nicht möglich ist Erdkunde und Geschichte als Leistungskurs zu belegen. Dazu kommt noch, dass auch keine zwei Fächer aus einem Block als Leistungskurs wählbar sind.
Dies hat zur Folge, dass dieser Kurs nicht nur aus wirklich interessierten Schülern besteht, sonder auch aus denen, die dieses Fach nur als notgedrungene Alternative sehen. Das hat zur Folge, dass dadurch Plätze in Anspruch genommen, die eigentlich solchen Schülern zustehen, die mit Engagement und Interesse an diesem Unterricht teilnehmen wollen.

So sah es auch im letzten Jahr (2010) aus, denn rund 40 Schüler wollten den Geschichtsleistungskurs belegen. Drama vorprogrammiert! Offiziell vorgesehen für einen Leistungskurs sind maximal 35-36 Schüler. So stand die Schulleitung vor dem Problem, was ist zu tun? Zwei Möglichkeiten kamen nun in Betracht: Man konnte entweder 4-5 Schüler aus dem Kurs ausschließen oder aber zwei Leistungskurse einrichten. Leider fehlte für einen zweiten fünfstündigen Leistungskurs ein entsprechender Lehrer. So blieb es einigen betroffenen Schülern eine Neuwahl ihrer Leistungskurse nicht erspart. Lange Diskussionen mit den Schülern aber auch im Kollegium waren die Folge. Schade nur, dass sich wegen des eingeschränkten Wahlsystems keine wirklichen beruflichen Neigungen entwickeln können und man vielleicht nur noch nach Noten oder Lehrern wählt. Im übelsten Fall vielleicht sogar die Schule verlässt, um das Abitur an einer anderen Schule mit mehr Wahlmöglichkeiten- zu machen.

Stellt sich nun die Frage ist es das wert? Aber auch, was gibt es für Alternativen. Natürlich kann man es sich leicht machen und sagen: Weg mit dem Blockwahlsystem aber es wird auch sicherlich Gründe geben, die dieses Verfahren unumgänglich machen. Während die Schüler nur wenig positives daran finden können, muss sich die Schulleitung mit der Frage auseinander setzen: „Wie bekomme ich die Lehrer zusammen um all diese Stunden zu besetzte, ohne das sie über ihre möglichen Kapazitäten geraten?“ Daraus lässt sich schließen, dass das Problem Blockwahlen von mehreren Seiten zu betrachten ist. Während sich Kritik auf Seiten der Schülerschaft laut macht, muss die Schule versuchen möglichst vielen Wünschen gerecht zu werden.
Bevor wir uns wirklich Intensiv mit diesem Thema auseinander gesetzt haben, waren wir einfach nur genervt von diesem System. Wir haben uns kaum Gedanken darüber gemacht wie es aus Sicht der Schulleitung aussieht, was alles bedacht werden muss. So muss dann doch jeder selber abwägen, ob das gute Klima und die vielen außerschulischen Angebote an unserer Schule die Konsequenzen einer eingeengten Leistungskurswahl aufwiegen.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Du schreibst zur Notwendigkeit des Blockwahlsystems "es wird schon Gründe dafür geben". Mich würden diese Gründe interessieren. Wieso kennt Ihr sie nicht? Konstruktive Kritik setzt doch voraus, dass man sich im Vorfeld objektiv über alle Hintergründe informiert hat. Nur mit diesem Wissen können dann auch umsetzbare Vorschläge entstehen. Oder möchtest Du nichts mit Deinem Artikel bewegen?

Anonym hat gesagt…

Nach meiner Wahrnehmung vieler verschiedener gymnasialer Oberstufen ist das Blockwahlsystem schülerfreundlicher als alle anderen Angebote, weil zum einen die Verweildauer in der Schule deutlich kürzer ist als in jedem anderen System und mit dem Eintritt in die SII für alle Schülerinnen und Schüler absolute Sicherheit bezüglich des Fächer- und Kursangebots besteht.
Im Detail: Mehr Angebote im LK- oder GK-Bereich bedeuten längere Unterrichtszeiten und mehr Pausen, also weniger frei zur Verfügung stehende Zeit für Hausaufgaben, Freizeit oder Nebenjob. Manche Schülerinnen und Schüler werden an anderen Schulen enttäuscht, weil ihnen beim Eintritt in die Oberstufe suggeriert wurde, jedes beliebige Fach als Leistungskurs wählen zu können. Allerdings muss in diesen Fällen auch das Kleingedruckte (sofern genügend Schülerinnen und Schüler den selben Wunsch haben) gelesen werden.
Übrigens: die Regelungen der APO-GOSt., und keine Entscheidung der GE Hardt, verbieten eine Belegung von zwei LKs im gesellschaftswissenschaftlichen Bereich. Und diese Regeln gelten überall in NRW! Ansonsten ist aber sichergestellt, im Gegensatz zu einem System mit freier Wahl der Leistungskurse, dass alle Schülerinnen und Schüler sowohl einen Schwerpunkt im sprachlichen, als auch im naturwissenschaftlichen Bereich bilden können.
Schließlich bietet ausschließlich das Profil des Blockwahlsystems die Sicherheit bei einer eventuellen Wiederholung nicht die Schule wechseln zu müssen.